Sonnenaufgänge im Advent

 

Mein zwölfter Blog. Das Jahr hat zwölf Monate, im zwölften Monat ist Advent und Weihnachten – wie passend zu den Gedanken, die mir heute Morgen angesichts des wunderschönen Sonnenaufganges durch den Kopf gingen.

So viele herrliche Sonnenaufgänge habe ich in dieser Adventszeit gesehen. Ich weiß, das ist nur „Physik“ … dennoch fühlt es sich für mich bedeutsam an. Mir ist, als würde die Erde selbst Advent feiern und vor lauter Vorfreude strahlen. (Psychologen und „sachlich orientierte Zeitgenossen“ werden dies „Übertragung“ nennen, doch sie mögen bitte mal ein Weilchen schweigen und mich in der Welt der Metaphorik und der Gleichnisse schweben lassen.)

Advent, die Zeit der Ankunft des Christus. Jedes Jahr aufs Neue. Wie lange noch? Nun, das lässt sich nicht in Jahren bemessen. Die Ankunft findet immer dann statt, wenn ein Mensch macht hoch die Tür und die Seelen-Tore weit, wenn er sein Herz zu einer Krippe macht, in die „das Christkind“ sich legen darf.

Was ist „das Christkind“? Es ist der Funke Gottes, der in jedem Menschenherzen ruht und glimmt. Wir werden alle damit geboren. Der Funke ist der Garant für die Einkehr in den Himmel, er ist das sichere Band und der Anker. Er ist das Versprechen Gottes, dass wir tatsächlich seine Kinder sind, seine Söhne und Töchter.  Dieses „Kind“ wird wachsen und gedeihen, wenn wir es in Liebe und Dankbarkeit annehmen als das, was es ist: Geschenk und Gnade.

Es wird in uns heranwachsen und unser Licht zum Leuchten bringen, wird also unsere Fähigkeit zu lieben, zu hegen, zu trösten und dem Mitmenschen zu vergeben, nähren. Zusammen können wir ein Stück vom Himmel auf die Erde bringen.

Frieden, Glaube, Hoffnung. Liebe!

Wir als Individuen mögen der Welt klein und unbedeutend erscheinen. Macht und materieller Reichtum, Gier und Zorn sind laut und schreien das Licht der Liebe nieder, bis man das Läuten der Weihnachtsglocken kaum noch zu hören vermag – aber wir sind Viele und können immer mehr werden. Wir, die den Christusgeist in uns tragen (und das ist ganz unabhängig von Konfession und Religionszugehörigkeit!!!), wir sind das Salz der Erde und das Licht der Welt.

 

Möge das Licht der Liebe allzeit scheinen, mögen unsere Herzen sich weit öffnen und die Laterne in der Hand des heiligen Hirten sein.

Dies ist mein Weihnachtswunsch.

 

„Das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat‘s nicht ergriffen“ (Joh.1,5)