Der Tag der falschen Schuhe

Bei meinem Mann ist derzeit „bequeme Freizeitkleidung“ angesagt. Er musste sich einer Operation an der Schulter unterziehen und nun ist wochenlang der Arm in einem dieser grauen „Stützkissen mit Greif-Kugel für die Hand“ gelagert. Daher auch die praktischen Gartenclogs an seinen Füßen, die bekanntlich keine Schnürsenkel haben. Wir wollten gestern zum Aldi, Mineralwasser kaufen und noch einiges mehr und waren schon vor der Haustür, da bemerkte ich, dass er immer noch seine Hausschuhe trug.

Also, ab in den Fahrstuhl, fünf Etagen hochfahren und Schuhe wechseln. Kaum war er wieder da und wir machten erneut Schritte in Richtung Aldi, bemerkte ich, dass auch ich vergessen hatte, meine Schuhe zu wechseln. Ich trage seit neuestem orthopädisches Schuhwerk in der Wohnung, das fühlt sich genau wie Straßenschuhe an.

Also, ab in den Fahrstuhl, fünf Etagen hochfahren und Schuhe wechseln. Und nein, wir sind nicht „alt“ und vergesslich – ich glaube, wir hatten bloß keine Lust zu Pflichterfüllung und  Einkaufen und signalisierten unbewusst mit unangebrachtem Schuhwerk, dass es zuhause doch am Schönsten sei. (Ich bin gut im Ausreden finden! Natürlich werden wir langsam „wechseljahrsalt“ und vergesslich – aber das muss ich ja nicht jedem auf die Nase binden.)

Während dieser ganzen Schuh-Chose hatten wir zwei nachbarliche Begegnungen incl. Plauderei vorm Haus. Die eine Nachbarin, eine hochbetagte Dame, ging schließlich rechts herum ihrer Wege und wir links ums Haus herum. An der Abzweigung zu Aldi, beim Waldorfkindergarten, begegneten wir uns wieder und sie rief uns, Trippelschritte machend, über die Straße hinweg zu, dass sie heute die falschen Schuhe angezogen hätte …

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Weil ich einen Aufhänger und Einstieg brauchte für meinen März-Blog. Schließlich habe ich mir vorgenommen, jeden Monat was zu schreiben. Doch woher soll  ich wissen, was Sie interessiert? Tja, ich hoffe, ich langweile Sie jetzt nicht mit meinen Schreib-Plänen. Worüber spricht eine Autorin am liebsten? Na, über ihre Bücher! Auf dem Markt sind derzeit Miras Welt, Melissas Welt und Midirs Sohn. Die beiden Letzteren momentan nur als eBook, aber sie stehen auf der verlagsinternen Liste zum Druck. Heute habe ich die Neufassung der Drachenperle an den Verlag geschickt. Ich habe, um die Geschichte abzurunden, zwei neue Kapitel geschrieben und den Titel geändert. Die Geschichte um Taiki, den Geistheilerjungen, hat auch einen neuen Titel bekommen: „Feuerträne und Drachenperle“. Das Cover hat Isabell Schmitt-Egner gemacht. Ich bin damit sehr zufrieden. Eine meiner Testleserinnen sagte mir heute, genauso hätte sie ihn sich vorgestellt!

Mein Lieblingsprojekt ist derzeit aber die Magiyamusa-Trilogie, die mit „Midirs Sohn“ ihren fantasievollen Anfang nahm. Der zweite Band, an dem ich jetzt schreibe („Erdsängerin“) spielt vor allem in der  sogenannten echten Welt und fast in der Gegenwart. In diesem Buch erzähle ich die Geschichte von der achtzehnjährigen Tibby, der Ururenkelin von Fearghas und Robena (könnte sein, dass da ein weiteres „Ur“ hingehört), die, durch den elbischen Anteil in ihrem Genom, außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt und zu einer Außenseiterin wurde. Die echte Welt bietet mir nicht genug Spielraum zum Erzählen, darum habe ich hier keltisch inspirierte Märchen eingeflochten, dann und wann, wenn es in den Erzählfluss passte. Tibby erbt von ihrer Ahnin Bücher mit Gute-Nacht-Geschichten aus Magiyamusa. Also bot es sich mir an, einige davon Ihnen, lieber Leser, liebe Leserin, schriftlich vorzutragen. Aber bitte nicht dabei einschlafen, nur weil es Gute Nacht Geschichten sind!

Es ist verzwickt, immer wenn ich ein Buch schreibe, erwächst daraus ein Ableger, eine Idee bringt mindestens drei neue Ideen mit.  Auch die Lindenhaus-Trilogie (die erst noch eine werden will, denn Mirandas Welt fehlt noch) bringt einen Ableger mit sich: ein Kochbuch. Mit eigenen Rezepten und Fotos, versteht sich.

Und dann sind da noch viele „kleine Geschichten“, die ich schreiben möchte. Wenn ich ein schönes (Fantasy-)Fotos sehe (Facebook ist eine unerschöpfliche Quelle!), dann fällt mir dazu das passende Geschehen ein, die Akteure der Geschichte winken mir zu und wollen am liebsten gleich loslegen.

Am besten beantrage ich eine Zweitexistenz, einen Ableger von mir selber, der nur sinniert und schreibt und Ideen schon vor der Tür sortiert und nur die besten der Besten über die Schwelle treten lässt